Weniger Studenten aus dem Ausland
Köln., 06. Juli 2009Deutschland wird bei Studierenden aus dem Ausland offenbar zunehmend unbeliebter. Der straffe Bachelor und die Studiengebühren machen das Studium in Deutschland für Studenten aus anderen Ländern unattraktiv.
Erstmals seit über 25 Jahren ist die Zahl der ausländischen Studierenden in Deutschland gesunken. Das belegen aktuelle Zahlen des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) und des Hochschulinformationssystems (HIS).
2006 waren rund 190.000 Studenten an deutschen Hochschulen eingeschrieben, 2008 waren es knapp 11.600 weniger. "Diese Zahl ist sehr deutlich", sagte Ulrich Heublein, Projektleiter vom HIS, der Financial Times Deutschland (FTD).
Vor allem aus China und Polen kommen demnach weniger junge Leute zum Studium nach Deutschland. Sie lassen sich offensichtlich besonders von den Studiengebühren und dem Bachelorsystem abschrecken: In den Bundesländern, die Gebühren erheben, ist der Rückgang stärker als in den gebührenfreien Ländern.
Durch die Einführung des verschulten Bachelorsystems ist "das Studium in Deutschland zudem nicht gerade leichter geworden", so Heublein gegenüber der FTD. Dadurch hätten Studenten kaum noch Zeit für einen Nebenjob. Studenten aus Nicht-EU-Ländern dürfen ohnehin nur 90 Tage im Jahr arbeiten. Das mache Deutschland besonders bei Osteuropäern unbeliebter. "So etwas spricht sich im Heimatland schnell rum", so Heublein.
Quelle: ftd.de



